Bericht aus der Wissenschaft

Sonntag, den 23. März 2014 um 13:21 Uhr Dirk Herdieckerhoff
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Mini Klima Konferenz in Arslev, Dänemark

 

Die Arhus Universität hatte zu einem Seminar über die Auswirkungen der Klimaänderung auf Johannisbeeren eingeladen.

Redner waren :

Dr Anita Sonsteby , Bioforsk Norwegen

Rex Brennan JHI  Dundee Schottland

Dr Majken Pagter , Max Planck Institut für molekulare Pflanzenphysiologie , Potsdam

Karen Koefod-Petersen , Arhus Universität,

 

In der Anbauerpraxis finden wir gelegentlich erfrorene Knospen oder ungleichmässigen Austrieb im Frühjahr.  Dazu müssen unsere Kulturpflanzen mit Extremen in der Vegetationsphase zurechtkommen. Die 4 Referenten haben Versuche zu diesem Thema gemachtund stellten erste Ergebnisse vor.

Hier eine kurze Zusammenfassung:

Dr Sonsteby hat Topfpflanzen der Sorten " Narve Viking" und" Ben Hope" verschiedenen Klimata ausgesetzt und anschließend die Unterschiede ausgewertet.   Die Hauptfragestellung war welche Temperatursummen die Pflanzen brauchen um in die Winterruhe zu kommen , bzw daraus wieder zu Erwachen. Im untersuchten Grenzbreich  treiben die oberen Kospen  eher aus als die mittleren.

Es wurde kontrovers diskutiert wie man die Kältesumme am besten beschreibt , die Mehrheit kam überein " Summe der Stunden unter +7°C.

 

Dr Brennan ist der Vater der meisten "Ben" Sorten die aus Schottland kommen. In seinem Vortrag hat er zunächst die Temperatur und Feuchtigkeitswerte der letzten 50 Jahre auf den Versuchsfeldern analysiert. Es wird deutlich wärmer in Schottland.

Seine neuen Sorten sollen einen geringeren Anspruch an die erforderlichen Kältesummen haben. Er ist bei der Entschlüsselung des Genoms der Johannisbeerpflanzen gut vorangekommen und hofft  zu verstehen welche Sequenzen wofür verantwortlich sind. Auf die Frage wie es mit seiner Arbeit nun weitergeht ,  nachdem der entscheidende Sponsor abgezogen ist , hat er  gesagt, dass  für die nächsten Jahre noch keine entscheidende Änderung für Pflanzenkäufer zuerwarten ist.

 

Frau Dr Pagter hat Steckhölzer gekühlt und in Messreihen untersucht bei welchen Temperaturen Schäden auftreten. Dazu hat sie das Knospengewebe  auf den Zuckergehalt und die Zusammensetzung der Zuckerstoffe untersucht. Während der Kälterperiode ändert sich das nämlich.

 

Frau Koefod Petersen hat in ihrer Arbeit Topfpflanzen in Trockenstress versetzt und untersucht in welchem Maß die Pflanzen reagieren. Insbesondere in der Blühphase ist die Johannisbeere empfindlich.

 

Abschließend

Wissenschaftliche Arbeit muß nicht unbedingt praxisrelevant sein. Die vorgestellten Ergebnisse führen zwar zu weiteren Fragestellungen , aber für Anbauer war da nichts Umsetzbares dabei . Es ist allerdings gut , dass an den Johannisbeerpflanzen geforscht wird.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. April 2014 um 08:28 Uhr