Johannisbeer–Anbauer

Vereinigung der Johannisbeer–Anbauer e.V

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Pflanzenschutz Johannisbeeren 2017

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Pflanzenschutz Johannisbeeren 2017 Industrie

Sämtliche Auflagen auf der Packung (Bienengefährlichkeit, Abstände, Wartezeiten...) sind zu beachten. Angaben ohne Gewähr (Zulassungsstand 07.02.2017) Unsere Angaben ersetzen nicht die Gebrauchs- anleitung; insbesondere sind die konkreten Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Voll- ständigkeit der Angaben sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Aussagen und Empfehlungen zu bestimmten Präparaten oder Verfahren ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Pflanzenschutzstrategie Johannisbeeren

Die nachfolgende Liste gibt sämtliche rechtlich möglichen Präparate mit ihren Indikationen an und sollte keinesfalls komplett ausgenutzt werden. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass nur wenige gezielte Maßnahmen für einen erfolgen Anbau von Johannisbeeren ausreichen. Dazu sollte folgende Empfehlung berücksichtigt werden:

Vorblüte: Zur Bekämpfung von Rindenkrankheiten kann die Nebenwirkung von Cuprozin progress genutzt werden. Frostspannerbekämpfung (nur nach Bestandeskontrolle) mit Steward.
Mehrmaligen Einsatz von
Kumulus WG gegen Johannisbeergallmilben und Rostmilben einplanen.


Blüte: Botrytisbehandlung mit Switch unter Ausnutzung der Nebenwirkungen auf Colletotrichum, Mehltau, Blattfallkrankheit und Rost. Bei Auftreten von Läusen Einsatz von Pirimor Granulat (Temp. >15°C, nützlingsschonend!) oder Calypso.


Nachblüte - Ernte: Bei anhaltender feucht-warmer Witterung nachfolgende Behandlung(en) mit Flint gegen Mehltau mit sehr guter Nebenwirkung auf Botrytis, Säulenrost und Blattfallkrankheit. Bei vorhandenem Mehltaubefall kein Flint einsetzen, die Behandlung mit Folicur in Beständen mit Erstsymptomen ist mit 14 Tagen WZ möglich.


Nachernte: Polyram WG oder Dithane NeoTec und Folicur gegen Holzkrankheiten, Rost und Blattfallkrankheit - jeweils Zusatz von Harnstoff (>15 kg/ha) für die Reservestoffeinlagerung.


Blattdüngung in Johannisbeeren: Vor der Blüte 1 kg/ha Bor und Harnstoff, nachfolgende mehrmalige Harnstoffgaben bis 10 kg/ha in Mischung. Phosphonathaltige Blattdünger wie Phosfik, Lebosol Kalium Plus, Phos60 EU oder andere können zu Rückständen auch in den Folgejahren führen. Durch Anwendung phosphonathaltiger Dünger kann der Einsatz von Mehltaufungiziden eingeschränkt werden.

Herbizidstrategie Johannisbeeren

Winterruhe: Kerb Flo (6,25 l/ha, max. 1x, WZ F) bzw. Kerb 50 W (5 kg/ha, max. 1x, WZ F) oder Cohort (4,25 kg/ha, max. 1x, WZ F) kann im Winter auf weitestgehend unkrautfreiem Bestand eingesetzt werden. Ist der Bestand mit Beikräutern bedeckt, ausgangs des Winters Einsatz von Roundup PowerFlex (3,75 l/ha, max. 1x bis Sommer, WZ 42) oder Roundup REKORD (2,5 kg/ha, max. 1x, WZ 42). Einsatz vor Austrieb, keine grünen Pflanzenteile treffen.

Frühjahr - Vor der Blüte: Vor Austrieb ist die kombinierte Ausbringung von Devrinol FL (Art.51, 2,5 l/ha, max. 1x vor Austrieb, WZ F) und Flexidor (Art.51, 0,5 l/ha, max. 1x VB, WZ F) im Vorauflauf möglich. Werden Bodenherbizide erst später verwendet, ist der Einsatz von Spectrum (Art.51, 1,4 l/ha, max. 1x, VB, WZ F - Hirsespezialist) und / oder Stomp Aqua (Art.51, 3,5 l/ha, max. 1x, VB, WZ F) möglich, gegebenenfalls auch in Kombination mit Roundup PowerFlex bzw. Roundup REKORD (oder Basta RM bis 30.06.17).

Nach der Ernte: Fusilade Max (Art.51, max. 1x, 1l/ha (Quecke 2 l/ha), VB/NE, WZ F) und U46 M-Fluid (§22, 2l/ha, max. 1x, nur Horstbehandlung, WZ F) Roundup REKORD (2,5 kg/ha, max. 1x, WZ 42) kann erst nach dem Blattfall eingesetzt werden.

Sonderanwendungen: Basta (RM bis 30.06.17, 3,75 l/ha, max. 1x, Frühjahr bis Sommer, WZ 21) bei starkem Bewuchs nach der Blüte. Quickdown + Toil (0,8 l/ha + 2,0 l/ha, max. 1x) zum Entfernen der Stockaustriebe ist nach Art. 51 zugelassen, aber kein Einsatz in Industriebeeren!

Zusammenfassung der rechtlichen Grundlagen für den Einsatz von PSM in Johannisbeeren:
Aufwandmenge pro ha
Präparate mit einer §22 (alt: 18b) Genehmigung dürfen nur berechtigte Betriebe ausbringen

Zeitpunkt

Schadbild                         Mittel/Aufwandmenge                                                                            Bemerkungen

Knospen- aufbruch

Holzpilze

Malvin WG, falls Genehmigung nach §22 erfolgt!
Cuprozin progress
, §22, 4 l, max. 2x, WZ F

Rotpustelkrankheit (Nectria) und Triebsterben (Botrytis). Vorbeugende Maßnahmen: Wunden vermeiden, Befallsstellen ausschneiden.

Spinnmilben (ZEN Schildläuse)

Promanal Neu, 10 l, max. 1x VB, WZ F

bei hohem Wintereibesatz, Behandlung vor Schlupfbeginn der Spinnmilben. Mit hoher Wasseraufwandmenge, Temp. > 8°C.

Gallmilben

Kumulus WG, Art.51, 7 kg vor Austrieb max. 1x, 3,5 kg nach Austrieb max. 3x, WZ F (in der Summe max. 4 Anwendungen)

Micula, 12-24 l/ (12 l bis 50 cm, 18l 50 125 cm, 24 l > 125 cm Höhe) max. 3x, WZ F

bis kurz vor Blühbeginn, ab Knospenschwellen sollten in Befallslagen 2-3 Behandlungen mit Schwefel im Abstand von ca. 10 Tagen vorgenommen werden

Schildläuse (Napf-, San-Jose-Schildl.)


ZEN von Promanal Neu gegen Spinnmilben nutzen

Vorblüte

Säulenrost

Cuprozin progress, Art.51, 4 l, max. 3x, WZ F
Dithane NeoTec,
Art.51, 2 kg, max. 4x, WZ F

Vor der Blüte i. d. R. keine Behandlung gegen Säulenrost nötig, ZEN Holzkrankheiten

Gallmilben

Kumulus WG, Art.51, 3,5 kg nach Austrieb, max. 3x, WZ F (in der Summe max. 4 Anwendungen)

Micula, 12-24 l (12 l bis 50 cm, 18l 50 125 cm, 24 l > 125 cm Höhe) max. 3x, WZ F

Triebe, die mit Gallmilben befallen sind (Rundknospen) ausschneiden

Spinnmilben

Kiron, Art.51, 1,5l, max. 1x, WZ 21
Masai,
Art.51, 0,375 kg, max. 1x, WZ 21

Bis unmittelbar Blühbeginn, nur wenn keine Austriebsspritzung mit Öl durchgeführt wurde. Masai wirkt auf Larven und Adulte

Freifressende Schmetterlings- raupen, Blattwespen

XenTari, Art.51, 1 kg, max. 2x, WZ 3
Spruzit Neu, Art.51, 10 l, max. 2x, WZ 3
Steward, Art.51, 0,17 kg, max. 1x, WZ 7

(schwache) Nebenwirkung von XenTari und Spruzit Neu auf Blattwespen bei Bekämpfung von Schmetterlingsraupen, Wirkung auf ältere Larvenstadien unsicher, Temp. > 15°C. Sicherste Wirkung durch Steward

Blattläuse

Pirimor Granulat, Art.51, 0,5 kg, max. 2x, WZ 14
Calypso, Art.51, 0,2 l, max. 1x, WZ 21
Spruzit Neu, Art.51, 10 l, max. 2x, WZ 3
Plenum 50 WG, Art.51, 0,4 kg, max. 2x, WZ 14 (B1 - bienengefährlich)
Neudosan Neu Blattlausfrei,
20 l, max. 5x, WZ F

Pirimor bei Temp. > 15°C und ausreichender Luftfeuchte bevorzugen, alternativ Calypso.

Blüte

Mehltau

Flint, Art.51, 0,2 kg, max. 3x, WZ 14
Systhane 20 EW, Art.51, 0,45 l/ha, max. 3 x, WZ 14
Fortress 250, Art.51, 0,3 l, max. 3x, WZ 14
Talendo, Talius,
Art.51, 0,375 l, max. 2x, WZ 7
Discus, Stroby WG, Art.51, 0,2 kg, max. 3x, WZ 14
Kumar
, Art.51, 5 kg, max. 8 x, WZ 1

Mehltau insbesondere bei schwarzen Johannisbeeren (sortenabhängig). Infektionen bei hoher Temperatur (>18°C) und hoher Luftfeuchte, Einsatz von Flint mit guter Nebenwirkung auch auf späteren Blattfall und Säulenrost.
Systhane nur bis 50% Fruchtansatz innerhalb einer Traube möglich

Säulenrost

Polyram WG, Art.51, 2 kg, max. 4x, WZ 35
Folicur,
Art.51, 0,8 l, max 2x, WZ 14

Nebenwirkung von Switch (RM) (und Flint) ausnutzen!

Grauschimmel (Botrytis)

Switch (RM bis 31.10.17), Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 7
Signum, Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 14
Teldor, 2 kg, max. 4x, WZ 7

Switch (RM) leistungsstark auch gegen. Anthraknose mit ZEN Mehltau, Blattfallkrankheit, Säulenrost

Anthraknose (Colletrotrichum)

Switch (RM bis 31.10.17), Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 7
Signum,
Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 14
Discus, Stroby WG, Art.51, 0,2 kg, max. 3x, WZ 14
Folicur, Art.51, 0,8 l, max 2x, WZ 14

Temp. >15°C und > 12 h Blattnässe begünstigen Infektionen Folgebehandlungen bis Farbumschlag der Früchte

Freifressende Schmetterlings- raupen

XenTari, Art.51, 1 kg, max. 2x, WZ 3
Spruzit Neu, Art.51, 10 l, max. 2x, WZ 3
Steward, Art.51, 0,17 kg, max. 1x, WZ 7

(schwache) Nebenwirkung von XenTari und Spruzit Neu auf Blattwespen bei Bekämpfung von Schmetterlingsraupen, Wirkung auf ältere Larvenstadien unsicher, Temp. > 15°C. Sicherste Wirkung durch Steward

Blattläuse

Pirimor Granulat, Art.51, 0,5 kg, max. 2x, WZ 14
Calypso, Art.51, 0,2 l, max. 1x, WZ 21
Spruzit Neu, Art.51, 10 l, max. 2x, WZ 3
Plenum 50 WG, Art.51, 0,4 kg, max. 2x, WZ 14 (B1 -bienengefährlich)
Neudosan Neu Blattlausfrei,
20 l, max. 5x, WZ F

Pirimor bei Temp. > 15°C und ausreichender Luftfeuchte oder Calypso bevorzugen.

Nachblüte bis Ernte

Mehltau

Flint, Art.51, 0,2 kg, max. 3x, WZ 14
Systhane 20 EW, Art.51, 0,45 l/ha, max. 3 x, WZ 14
Fortress 250,
Art.51, 0,3 l, max. 3x, WZ 14
Talendo, Talius,
Art.51, 0,375 l, max. 2x, WZ 7
Discus, Stroby WG
, Art.51, 0,2 kg, max. 3x, WZ 14
Kumar
, Art.51, 5 kg, max. 8 x, WZ 1

Flint sehr gute Wirkung auch auf Blattfallkrankheit und Säulenrost. Infektionen bei hoher Temperatur (>18°C) und Luftfeuchte insbesondere ab Mai / Juni.
Systhane 20 EW nur bis 50% der Fruchtgrößenentwicklung

Säulenrost Blattfallkrankheit

Polyram WG, Art.51, 2 kg, max. 4x, WZ 35
Folicur, Art.51, 0,8 l, max 2x, WZ 14
Signum, Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 14
Delan WG,
Art. 51, 0,7 kg, max. 2x, WZ 14

Ausbreitung nach Erstinfektionen im Bestand. Gute Nebenwirkung von Flint oder Switch (RM) ausnutzen

Grauschimmel (Botrytis)

Switch (RM bis 31.10.17), Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 7
Signum, Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 14

ZEN von Flint bei der Mehltaubekämpfung

Anthraknose (Colletrotrichum)

Switch (RM bis 31.10.17), Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 7
Folicur,
Art.51, 0,8 l, max 2x, WZ 14
Discus, Stroby WG, Art.51, 0,2 kg, max. 3x, WZ 14
Signum,
Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 14

Witterungsabhängige Folgebehandlungen bis Farbumschlag der Früchte, aus Rückstandsgründen sollte kein Signum mehr eingesetzt werden. Einsatz von Folicur in Beständen mit Erstsymptomen

Spinnmilben

Kiron, Art.51, 1,5l, max. 1x, WZ 21
Masai, Art.51, 0,375 kg, max. 1x, WZ 21
Envidor, Art.51, 0,4 l, max. 1x, WZ 14 (B1 - bienengefährlich)


Schildläuse

ZEN Calypso, Art.51, 0,2 l, max. 1x, WZ 21 ZEN
Spruzit Neu
, Art.51, 10 l, max. 2x, WZ 3

Auf Wanderlarven SJS (Juni), Maulbeerschildlaus (Ende Mai), Kommaschildlaus (Ende Mai)

Blattläuse

Pirimor Granulat, Art.51, 0,5 kg, max. 2x, WZ 14
Calypso, Art.51, 0,2 l, max. 1x, WZ 21
Mospilan SG, Art.51, 0,25 kg, max. 2x, WZ 7
Spruzit Neu, Art.51, 10 l, max. 2x, WZ 3
Plenum 50 WG,
Art.51, 0,4 kg, max. 2x, WZ 14 (B1 -bienengefährlich)
Neudosan Neu Blattlausfrei,
20 l, max. 5x, WZ F


Kirschessigfliege

Spintor, Art.51, 0,2 l, max. 2x, WZ 3 (B1 - bienengefährlich) Karate ZEON falls Zulassung erfolgt

Notfallzulassung für Karate nach Art. 53 wird erwartet

Nach der Ernte

Holzpilze

Malvin WG, falls Genehmigung nach §22 erfolgt!

Antrag auf Genehmigung nach §22 vom LVEO BW gestellt, Einsatz direkt nach der Ernte, Zusatz von Harnstoff

Blattfallkrankheit Säulenrost

Polyram WG, Art.51, 2 kg, max. 4x, WZ 35
Dithane NeoTec, Art.51, 2 kg, max. 4x, VB/NE, WZ F
Folicur,
Art.51, 0,8 l, max 2x, WZ 14
Delan WG, Art. 51, 0,7 kg, max. 2x, WZ 14
Cuprozin progress, Art. 51, 4 l, max. 3x, VB/NE, WZ F
Signum,
Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 14

Dithane NeoTec oder Polyram WG in Kombination mit Harnstoff, bei vorhandenem Befall zusätzlich mit Folicur.
Aus Resistenzgründen kein Signum zu diesem Termin

Spinnmilben

Kiron, Art.51, 1,5l, max. 1x, WZ 21
Masai, Art.51, 0,375 kg, max. 1x, WZ 21
Envidor, Art.51, 0,4 l, max. 1x, WZ 14 (B1 - bienengefährlich)


Maulbeerschildlaus



Ab Blattfall

Holzpilze

Cuprozin progress, §22, 4 l, max. 2x, WZ F

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. Mai 2017 um 21:52 Uhr